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Pressespiegel |
HEIDELBERG - Jahrbuch zur Geschichte der Stadt Hrsg. vom Heidelberger Geschichtsverein erscheint jährlich seit 1996 ___________________________________________________________ |
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Das Erstlingswerk ist in fünf verschiedene Bereiche auf geteilt. Der erste befaßt sich mit der Stadtgeschichte. Drei Aufsätze zeigen die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, die Geschichte des Neckarufers und den Industriestandort Heidelberg um die Jahrhundertwende auf. Im zweiten Teil beschäftigen sich die Autoren mit der Baugeschichte der Neckarstadt; dabei werden sowohl archäologische als auch bauhistorische Ergebnisse zu den Anfängen Heidelbergs beleuchtet. Über den Stadtgrundriß ist ebenso zu lesen wie über die Geschichte der Wieblinger Mühle. Nicht Zuletzt ist die Architektur des Rathauses beschrieben. Danach wird der interessierte Leser unter dem Punkt Verschiedenes über eine anonyme Messe für Kurfürst Ottheinrich und über einen bislang unveröffentlichten Brief Gottfried Kellers informiert. Aber auch dem dunklen Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte werden drei Aufsätze gewidmet: Die jüdische Familie Morgenthal, der politische Spielraum eines Oberbürgermeisters im Nätionalsozialismus und Zwangsarbeit in den Jahren 1940 bis 1945 sind dabei die Themen, Schließlich wird im vierten Abschnitt der 'Arbeit von Museen und Archiven mit den Beiträgen zum Stadtarchiv und mit einer Bilanz der Ausstellung „Verführt und verraten" Rechnung getragen. Zum Schluß werden in sechs Traktaten verschiedene Publikationen zur Stadtgeschichte rezensiert. Das erste Jahrbuch der Stadt Heidelberg wendet sich
an einen breiten Leserkreis, der sich von Menschen mit Interesse
für alles Lesenswerte rund um die Stadt bis hin zu Fachhistorikern
erstreckt. Es bietet neue Aspekte der Neckarstadt, die nicht in jedem
Buch nachzulesen und teilweise selbst für Insider noch unbekannt
sind. |
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Historischer
Verein für Württembergisch Franken |
Heidelberg besitzt bekanntlich eine alte und berühmte Universität mit nicht minder prominenten Geschichtsprofessoren. Im Schatten der Universität hatte es die städtische Geschichtsschreibung immer schwer, und es hat bis 1996 gedauert - viel länger als in mancher kleineren Stadt -. bis ein Organ zur Publikation von Beiträgen zur Stadtgeschichte entstanden ist. Es waren erstaunlicherweise nicht die Stadt und ihre Behörden, die diese längst überfällige Initiative ergriffen haben, sondern der verdienstvolle, erst 1993 gegründete Heidelberger Geschichtsverein. In der Tat sind nun die Historiographie an der Universität und die Historiographie zur Stadtgeschichte zwei völlig getrennte Bereiche, die - wie auch das Autorenverzeichnis des hier anzuzeigenden Bandes ausweist - erstaunlich wenig personelle Verflechtungen haben. Dabei leistet das Jahrbuch die Basisarbeit, die die Grundlagen zu den generalisierenden Aussagen der Universitätshistoriker liefert. Der vorgelegte Band 8 enthält vier größere Aufsätze zur Stadtgeschichte, einen zur Baugeschichte, elf Miszellen, vier „Berichte" und abschließend einen Rezensionsteil. In den größeren Aufsätzen zur Stadtgeschichte befassen sich Achim Wendt und Manfred Benner (,„... des lieux depuis si long temps condamnes au silence.' Archäologische Spurensuche auf der oberen Burg auf der Molkenkur', S. 9-40) mit der oberen Heidelberger Burg, die heute praktisch spurlos verschwunden ist. Die Molkenkur ist ein Ausläufer des Königstuhls, auf dem bis zum blitzschlagsbedingten Abbruch 1537 diese obere, ältere Heidelberger Burg lag. Den beiden Autoren gelingt es nicht nur, einen vergessenen Grabungsbericht von 1902 ausfindig zu machen, sie können aufgrund einer 2001 durchgeführten Grabung in der Tat Fundmaterial und Mauerzüge vom 12. bis zum 15. Jahrhundert nachweisen und die Anfänge der Burg mit einiger Wahrscheinlichkeit dem staufischen Pfalzgrafen Konrad zuschreiben. Rudolf Walter schreibt „Zur Musikpflege am Heidelberger Jesuitenkolleg im 18. Jahrhundert" (S. 41-64), Claudia Rink über „Jüdisches Leben in Rohrbach" (S. 65-88) und Hans-Martin Mumm stellt die Haltung des Heidelberger Oberbürgermeisters Neinhaus zu den in der Stadt ansässigen Sinti zusammen (,„XXII Polizei. Nr. 2 Sicherheit. Maßnahmen gegen Zigeuner'. Carl Neinhaus und die Heidelberger Sinti 1935/36", S. 89-97). Neinhaus, der als einer der wenigen Oberbürgermeister auch nach 1945 im Amt blieb, zeigte sich in der untersuchten Affäre als Taktierer. Werner Leibrecht schreibt in seinem Beitrag zur Baugeschichte über „Die Villa Krehl in Heidelberg" (S. 99-116). Die „Berichte" stellen zum einen Heidelberger Museen und Archive vor, außerdem enthalten sie einen Überblick über „Funde und Ausgrabungen in und um Heidelberg 2000-2002". Erstaunlich ist, dass manche Miszellen im Umfang einzelne Beiträge aus dem Aufsatzteil deutlich übertreffen, so dass die Gliederung in die genannten fünf Teile des Jahrbuches nicht immer ganz einleuchtet. Trotzdem ist das neue Heidelberger Jahrbuch -wie schon seine Vorgänger - im höchsten Maße lesenswert, so dass man dem vereinsgetragenen Unternehmen des „Jahrbuchs zur Geschichte der Stadt" weiterhin guten Fortgang wünscht. ___________________________________________________________ |
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