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Pressespiegel

 

MARION TAUSCHWITZ

Der Künstler Pieter Sohl

Ein Künstler darf verrückt sein
aber keine Schatten werfen

 

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Rhein-Neckar-Zeitung

2. Oktober 2015

von
Susann Behnke-Pfuhl

Die Wege eines Optimisten

Marion Tauschwitz´neues Buch
über Pieter Sohl vorgestellt

Es ist ein großartiges Buch: Die Heidel­berger Autorin Marion Tauschwitz legt eine Biografie über den 1933 in Mannheim geborenen Künstler Pieter Sohl vor, das nicht Einblick in das künstlerische Schaffen geben will, wie sie bei der Buchvorstellung bei Schmitt & Hahn eröffnete. Leit-faden sind vielmehr Persönlichkeit und Wesen eines Man-nes, der einer Heidelberger Künstlerfamilie entstammt, die von 1936 bis etwa Anfang der 1990er Jahre im Pförtner-häuschen am Stiftsweg in Ziegelhausen lebte.

Tauschwitz hält sich an Sohls Vorgabe „Ich will ein heiteres Buch", sie beschreibt, wie es im Elternhaus unkon­ventionell zuging, blendet Höhen und Tiefen nicht aus. Es ist eine Ge-schichte darüber, wie er seinen Weg in der Familie findet und keiner Verrücktheit aus dem Wege geht. Sohl ist ihn mit Optimismus gegangen. Schon die Kinder, schreibt Tausch-witz, musstcn „die Balance zwischen gesellschaftlichen No-rmen und liberaler Erziehung selbst finden".

Seine Kunst - manchmal in Konkurrenz zu seinem Vater Will Sohl gesehen. der von der „Welt" einst zu Deutschlands großen Malern gezählt wurde - sah er stets als Weiterent-wicklung des Vaters. Er schuf dennoch seinen eigenen Kosmos. Ein begabter Maler und Zeich­ner war auch er, an der Düsseldorfer Kunstakademie konzentrierte er sich jedoch auf die Bildhauerei und studierte bei Ewald Mataré und Zoltan Székessy.

Er unternimmt zwei Bildungsreisen nach Griechenland, wird Tierfänger in Afrika, Handelsvertreter in Kamerun und Madagaskar sowie Lehrer in den USA. Künstlerisch ge-festigt kehrt er nach Zie­gelhausen zurück, wo er sich je-doch gegen den Vater behaupten muss.

Zugleich ermunterte und bestärkte er den Vater, der durch die Liaison zu Zweitfrau Christine Kiesseibach und Alkohol an Kraft verlor, sein Talent nicht zu vergeuden. Er hält mit Ratschlägen die Familie zusammen. Dies bezeugen Briefe aus Kamerun, die teils von seiner Frau Birgit Myhre - die bei der Präsentation anwesend war - aus dem Keller des Wohnsitzes am Kohlhof geholt und dem Nachlass am Stifts-weg gerettet wurden.

Nach vielen Umzügen innerhalb Heidelbergs lässt sich Sohl mit Ehefrau Birgit auf dem Kohlhof nieder. Sein Leben ist nicht nur künstlerisch reich, sondern auch geprägt durch viele Kontakte zu Künstlerfreunden: Rudolf Hagelstange, der ihm eine Fabel widmete, Peter Theunissen und Charles Haldeman. Auf seinen Reisen macht er Bekanntschaften mit Bernhard Grzimek, Andy Warhol, Errol Flynn, Juliette Greco und Coco Chanel.

 

Mannheimer Morgen

9. Dezember 2015

Von
Helga Köbler-Stählin

Schillernde Biografie

Literatur regional:
Tauschwitz porträtiert Künstler Pieter Sohl

"Der Künstler ist zum Vogel geworden, der seine Schwin-gen ausbreitete und flog", schreibt Marion Tauschwitz in ihrer neuen Biografie über Pieter Sohl. Die Autorin hätte das erste Drittel im Leben des Malers und Bildhauers nicht schöner zusammenfassen können, das von Reisen, Kunst und Frauen bestimmt ist.

"Frauen sind interessanter als Männer", meint Pieter Sohl, und wen wundert's, dass er 1956 das erste Mal heiratete. Mit 23 Jahren. Das Paar lebte in Paris, zog nach Griechen-land, wusste nicht, woher das Geld kommen sollte, und nahm an, was der Schwiegervater zu bieten hatte: einen Umzug nach Afrika, wo der Verkauf seiner Heimtextilien hohe Gewinne versprach.

Unstetes Leben

Es ist ein Buch, das mit augenfälligen Worten vom Leben des Tausendsassas Pieter Sohl erzählt, in dem man vom Zusammensein mit wilden Tieren erfährt, von Scheidung, dem Neuanfang mit "Norma - der Amerikanerin", von sei-nen zwei Söhnen Kim und Kevin und von dem unsteten Leben einer Familie. Zwölf Jahre lang ging es zwischen Griechenland, Kamerun, Tschad, Madagaskar und den USA hin und her, lernte Sohl Menschen wie Bernhard Grzimek kennen, begegnete Andy Warhol oder der 81-jährigen Coco Chanel.

Erst mit seiner dritten Frau, der Dänin Birgit, kam Sohl 1968 in Heidelberg zum Stehen. Hier hatte er einst seine Kinderjahre verbracht, wo er schon "Papi" Will Sohl beim Malen über die Schulter schaute. "Pieter", so lässt Marion Tauschwitz ihr Gegenüber erzählen "war Unstetigkeit zuwider. Eigentlich wollte er gar kein Zugvogel sein". Doch als Leiter einer Tierfangstation lebt man nun mal in Afrika, als Tennislehrer, Stipendiat oder Kunsterzieher geht das überall.

Immerhin: Zwischen dem geschäftigen Alltag nahm sich Pieter Sohl beharrlich Zeit für seine Kunst, die er an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert hatte. In Bildern und Skulpturen ist sein "Sammeln an Eindrücken ungeheuerster Art" bis heute lebendig. Und der Leser folgt dem farbigen Leben gern.